Geistlicher Impuls Jubilate

Wochenspruch 2. Korinther 5,17:

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur;

Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

 

Liebe Gemeinde,

 

an diesem Wochenende feiern wir den Sonntag Jubilate. Jenen Sonntag an dem wir uns der Schöpfung erfreuen, die Gott uns geschenkt hat, sie zu bebauen und zu bewahren. An diesem Sonntag ist der Blick aber nicht nur auf die Schönheit der Welt gelenkt, die im Frühjahr so herrlich zu erkennen ist. Gerade in den zurück liegenden Wochen mit herrlichstem Sonnenschein und warmen Temperaturen, sondern auch im derzeitigen Nieselwetter. Der Regen von Landwirten und Gartenliebhaber sehnlichst erwartet, von der Natur dringend benötigt, läßt alles erblühen und strahlen.

Nein dieser Sonntag blickt nun mal auch darauf, dass diese Schöpfung noch dem alten angehört. So sehr Gott in 1.Mose spricht: „Und siehe, es war (sehr) gut“, so deutlich wird auch, dass diese Schöpfung noch dem Lauf von Werden und Entstehen, Vergehen und  Vergänglichkeit unterworfen ist. So betont dieser Sonntag nicht nur die Herrlichkeit der Schöpfung, sondern auch unsere Hoffnung auf die Neue Schöpfung, die in Jesu Auferstehung zu Ostern ihren Anfang genommen hat. Eine Schöpfung, die anschließt an Gottes Schöpfung in 1. Mose, eine Schöpfung, die ihrerseits aber den Lauf von Werden und Vergehen durchbricht, durch die Kraft der Liebe, in der Gott Jesus auferstehen lassen hat und somit dem Tod ein für alle Mal den Schrecken und die Kraft genommen hat. Das Vergehen und Enden selbst hat ein Ende gefunden.

In den vergangenen Wochen haben wir alle feststellen dürfen, wie schnell scheinbar selbstverständliches enden kann. Unbeschwertes Flanieren durch unsere Innenstädte, der Sommerurlaub am Strand von irgendwo, der spontane Besuch bei Oma und Opa, der Besuch von Schule und Universität, das unbeschwerte Arbeiten, da man seine Kinder wohlbehütet bei Tagesmutter, Kita und Krippe weiß.

Selbst das Händeschütteln zur Begrüßung, zum Abschied, das Drücken und Herzen sind beinahe nicht mehr denkbar. So vieles Selbstverständliche ist vergangen.

Das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.

Der Wochenspruch für die kommenden Tage erinnert uns daran, dass in Jesu Tod und Auferstehung alte Selbstverständlichkeiten überwunden sind. Seiner Zeit waren es Hoffnungsworte. Worte die bei allem Umbruch daran erinnerten, dass Gott in Jesus auf die Welt gekommen ist, um uns von seiner Liebe zu erzählen, um seine Liebe unter uns spürbar werden zu lassen, um uns mit seiner Liebe zu erfüllen, die und schließlich und endlich zum Leben führt – und zwar zu einem Leben, dass bleibt.

Neues ist geworden.

 

Nicht alles Neue unserer Tage ist so voller Kraft und Hoffnung, wie jenes Neue. Auch wenn Digitalität in diesen Tagen manche Kontakte auf Recht erhält und Solidarität manche erreicht, so wird doch auch deutlich, dass hier klare Grenzen sind. Kein Emoticon und kein Sticker der Welt ersetzten die Umarmung eines geliebten Menschen. Nicht jeder hat einfachen und guten Zugang zu den neuen Medien, da sie zum einen Geld kosten und zum anderen auch nicht für jeden leicht verständlich sind.

Und es bleibt abzuwarten, ob die vielbeschworene Solidarität enden wird, wo auch die Unterstützungsüberschwenglichkeit von Staatsseiten enden wird. Schon jetzt beginnt das Gerangel der Branchen welche besonders Schützenswert in der Krise bzw. nach der Krise sei.

 

Siehe, Neues ist geworden.

Damals waren es Worte die daran erinnerten, dass in Jesus eine neue Zeit angebrochen ist. Eine Zeit, in der der Blick geweitet ist, über das Hier und Jetzt, ja selbst über das Morgen und Übermorgen. Ein Blick, der Ausblick gibt auf die Ewigkeit. Ein Blick auf die Ewigkeit, wie sie von Gott für uns gedacht ist.

 

Amen

 

Ihr Pfarrer Stefan Föste

 

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