Dietrich Bonhoeffer – Was sein Leben bis heute bedeutet

 

Der Theologe Dietrich Bonhoeffer wurde am 04.02.1906 im polnischen Breslau geboren. Als das sechste von acht Geschwistern wuchs er in einer großbürgerlichen Familie auf. Schon mit 17 Jahren, was für damalige Verhältnisse sehr früh war, bestand er in Berlin-Grunewald das Abitur. Danach nahm er in Tübingen ein Theologiestudium auf. Bereits vier Jahre danach wurde Bonhoeffer zum Doktor der Theologie promoviert, indem er über die „Gemeinschaft der Heiligen“ eine Doktorarbeit verfasst hatte. 1928 ging Dietrich Bonhoeffer nach Barcelona, um dort mit dem Vikariat seine zweite theologische Ausbildungsphase fortzusetzen.  Nach seiner Habilitation zum Professor der Theologie ging Bonhoeffer nach New York. Bis dahin war er ein in politischen Fragen zurückhaltender Mensch geblieben. Doch in New York begann seine Beschäftigung mit dem Thema des Friedens, was ihn in seinen Ansichten politischer werden ließ. Der Lebensweg Bonhoeffers wurde seitdem immer stärker ein nicht nur theologischer, sondern auch ein politischer Weg. In der Zeit des Nationalsozialismus und hochgesteigert im Zeitraum des Zweiten Weltkriegs von 1939 – 1945 wurde Bonhoeffer ein radikaler Gegner des Nationalsozialismus. In den Kriegsjahren bildete sich eine immer stärkere Widerstandsbewegung gegen die zahllosen Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen. Nicht zuletzt war die Entmenschlichung von Jüdinnen und Juden ein entscheidendes Ziel des nationalsozialistischen Terrorregimes. Dietrich Bonhoeffer setzte sich mehrfach gegen dieses Regime zur Wehr. Jedoch blieb dies nicht folgenlos. Am 05.04.1943 wurde Bonhoeffer ins Untersuchungsgefängnis der Wehrmacht in Berlin-Tegel gebracht. Der Grund für die Festnahme war eine sog. „Wehrkraftzersetzung“. Am 20.07.1944 unternahm Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Attentat auf Adolf Hitler, das jedoch knapp fehlschlug. Im weiteren Verlauf wurde belastendes Beweismaterial gegen Bonhoeffer gefunden, dessen Mitttäterschaft dadurch nicht mehr zu bestreiten war. Am 08.10.1944 wurden Bonhoeffer und einige Andere Widerstandskämpfer zu Hitlers persönlichen Gefangenen erklärt, ohne dass ihnen der Prozess gemacht wurde. Am 07.02.1945 wurde Dietrich Bonhoeffer in das Konzentrationslager Buchenwald verlegt. Anfang April 1945 wurde er noch einmal verlegt und in das Konzentrationslager Flossenbürg gebracht. In der Morgendämmerung des 09.04.1945 wurde Bonhoeffer schließlich auf persönliche Anordnung Hitlers im KZ Flossenbürg hingerichtet.

Einen besonderen schönen Hinweis auf die theologische Überzeugung Bonhoeffers ermöglicht das bekannte Lied „Von guten Mächten treu und still umgeben“, dass Bonhoeffer im Dezember 1944 ein paar Monate vor seiner Hinrichtung verfasst hatte. In diesem Lied, welches ursprünglich ein Gedicht gewesen ist, drückt sich Bonhoeffer noch einmal theologisch gewandt aus. Wie hoffnungsvoll Bonhoeffer wohl an seinem Glauben und Gottvertrauen festgehalten haben muss, obwohl alle äußeren Umstände dem entgegenstanden, zeigt der folgende Liedtext des besagten Liedes „Von guten Mächten wunderbar geboren“:

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