Das Abendmahl ist eine der zentralen Feiern jeder christlichen Gemeinde. Regelmäßig kommen Menschen am Altar zusammen, um sich der Liebe Gottes, der Gegenwart Christi und der Sündenvergebung zu vergewissern und um sich für den weiteren Weg stärken zu lassen.
Hin und wieder geschieht es, dass Kinder ihre Eltern zum Abendmahl begleiten. Bislang standen sie mit erwartungsvollen Augen im Kreis der Erwachsenen und erhielten unter Handauflegung einen Segen zugesprochen. Brot und Kelch gingen an ihnen vorüber.
Das ist nun in der Thomaskirche anders!
Vorausgesetzt, die Kinder sind getauft und in Begleitung ihrer Eltern oder Paten, dürften sie dann schon vor der Konfirmation am Abendmahl teilnehmen. Damit hätten Kinder schon früh die Möglichkeit, sich darin einzuüben. Auch erführen sie die Geborgenheit der Gemeinschaft am Tisch des Herrn am eigenen Leibe.
Sicherlich ist die Ernsthaftigkeit der Kinder im Vollzug eine andere, als die der Erwachsenen, denn sie haben einen Zugang zu spirituellen Dingen, der nicht über den Kopf geht. Wenn wir aber der lutherischen Rechtfertigungslehre von der bedingungslosen Gnade Gottes folgen, dann dürfen unsere Kinder nicht ausgeschlossen werden.
Der Glaube entsteht nicht über den Verstand, sondern ist ein Geschenk Gottes. Hand aufs Herz: falls es Vorbedingungen gäbe, würden alle erwachsenen Gemeindeglieder sie erfüllen? Haben wir alles verstanden? Nicht umsonst wählt Jesus ein Kind, um Erwachsenen einen wesentlichen Teil des Glaubens zu erklären: wenn ihr nicht werdet wie die Kinder … .
Um Befürchtungen vorzubeugen: die Konfirmation soll dadurch nicht entwertet werden. Sie war jedoch nie allein als Abendmahlszulassung wichtig, sondern in erster Linie als Bestätigung der Taufe und eigenes Bekenntnis zum christlichen Glauben verstanden worden.
Pastorin Aliet Jürgens
Seit einiger Zeit sind in unserer Kirchengemeinde auch die Kinder zum Abendmahl eingeladen. An einem Samstag im Januar haben sich rund 40 Kinder und Erwachsene zusammen gefunden, um entweder ganz neu zu erfahren, was wir beim Abendmahl eigentlich feiern, oder um sich über eigene Erfahrungen, Sehnsüchte und Hoffnungen im Bezug auf das Abendmahl auszutauschen. Dabei kamen interessante Ergebnisse heraus, die wir am Sonntag im Gottesdienst der gesamten Gemeinde an den vier „Tischbeinen des Altars“ präsentiert haben. Das Abendmahl, das wir dann gefeiert haben, war besonders bunt, was nicht nur an dem mit unseren Händen bedruckten Altarluch lag, sondern an den vielen Kleinen und Großen, die sich um Jesu Tisch versammelt hatten.